„Flipped Classroom“: neue Perspektiven für die Präsenzlehre

Mein Anspruch an digitale Bildung ist, dass es mit der Integration der Technik nicht einfach nur zu digitalisierten Lehr- und Lernprozessen kommt, sondern diese zu einer qualitativen Verbesserung des jeweiligen Bildungsangebots führt. Bei rein virtuellen Bildungsprojekten ergibt sich das Potential für diese Verbesserung beispielsweise durch die mögliche Stärkung des selbstorganisierten oder kollaborativen Lernens, durch den vereinfachten Zugriff auf multiple Perspektiven oder aktuelle Inhalte oder durch Öffnung der Bildung für eine größere Zielgruppe durch Flexibilität und inklusive Darstellungsweisen. Im Bereich des Blended Learning, d.h. dem Lernen das sowohl Präsenzphasen als auch virtuelle Phasen umfasst, kann mit der Methode des „Flipped Classroom“ insbesondere auch die Präsenzlehre durch das ergänzende virtuelle Angebot verbessert werden.

Mit „Flipped Classroom“ ist gemeint, dass die klassische Methode des Unterrichtens umgedreht wird. Während traditionell Lehrende den Unterricht zur Stoffvermittlung nutzen und die Lernenden diesen anschließend zu Hause einüben und festigen, sollen den Lernenden nun Materialien für die Erarbeitung des Stoffes zur Verfügung gestellt werden. De Unterrichtszeit kann dann dazu genutzt werden, gezielt auf Fragen einzugehen, bestimmte Aspekte vertieft zu veranschaulichen sowie auch Raum zu schaffen für Austausch, kritisches Hinterfragen und Diskussionen.

Das vorgeschaltete Erschließen von neuem Stoff stellt Lernende und Lehrende gleichermaßen vor Herausforderungen. Lernende sind angehalten, sich selbstständig in ein Thema einzuarbeiten und zum Teil auch selbständig nach Materialien zu recherchieren. Lehrende müssen Lernende bei diesen Lernprozessen unterstützen, indem sie beispielsweise geeignete Materialien produzieren, die nicht nur die eigentliche Stoffvermittlung beinhalten, sondern auch den Lernprozess der Lernenden unterstützen. Dies kann beispielsweise durch das Bereitstellen von Testfragen oder vorbereiteten Mitschriften erfolgen – inklusive der gezielten Aufforderung Fragen und Diskussionspunkte zu notieren.

Die Präsenzphase fordert Lernende dann zum aktiven Mitmachen, anstatt zum passiven Zuhören heraus. Lehrende sind nicht mehr nur Wissens

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