„Think granular!“: Didaktische Vorschläge zur Gestaltung von MOOC's

Die östereichische Plattform iMoox, die unter dem Motto „Bildung für alle“ in regelmäßigen Abständen offene Online-Kurse mit freien und insbesondere auch wiederverwendbaren Inhalten anbieten, hat die Lernprozesse der Teilnehmer in einigen ihrer Kurse analysiert. Ziel der Analyse war es, didaktische Gestaltungsempfehlungen für MOOC's zu entwickeln, die zu einer höheren Partizipation führen können.

Aufschlussreich an ihrer Untersuchung sind zunächst die quantitativen Zahlen: Nur runde 40% der registrierten Nutzer in einem MOOC beteiligen sich tatsächlich und werden zu aktiven Nutzern. Hierbei ist die Festlegung zu „Beteiligung“ schon sehr niedrig angesetzt: es genügt, einen Forums-Beitrag zu schreiben oder ein Quiz zu lösen. Dieser Befund wird von den Autoren nicht als problematisch eingeschätzt. Da es sich um offene Kurse handelt, ist eine Registrierung schnell erfolgt. Ein tatsächliches Vorhaben, den Kurs auch zu absolvieren, muss damit noch nicht verbunden sein. Problematischer ist dagegen, dass von den aktiven Teilnehmern nicht einmal zwei Drittel den Kurs auch abschließen. Festgestellt werden konnte, dass die höchste Drop-Out Rate in der 4. Kurswoche erfolgt.

In qualitativer Hinsicht wurden insbesondere unterschiedliche Motivationen analysiert, aus denen heraus sich Nutzer in einen Kurs einschreiben. Diese sind sehr vielfältig: angefangen von dem Wunsch, sich neu in ein Thema einzuarbeiten, über das Ziel, bereits vorhandenes Wissen zu festigen bis hin zu der Intention, sich mit anderen auszutauschen. Ziel muss es vor diesem Hintergrund sein, einen MOOC so zu konzipieren, dass möglichst viele Teilnehmer aktiv werden und möglichst viele der aktiven Teilnehmer auch bis zum Ende dabei bleiben.

Unter dem Motto „Think granular!“ werden hierzu drei Gestaltungsempfehlungen vorgestellt:

1. Kürzere MOOC's sind besser als lange
Da festgestellt wurde, dass die höchste Drop-Out-Rate in MOOC's nach Woche 4 erfolgt, bietet es sich an, die Länge eines MOOC's insgesamt auf 3-4 Wochen zu beschränken. Umfangreichere Themen sollten hierbei besser mit mehreren MOOC's abgehandelt werden, die aufeinander folgen können.

2. Lernerfolge sichtbar machen
Ein guter Weg, um Teilnehmern ein selbstorganisiertes Lernen zu ermöglichen und sich motiviert am Kurs zu beteiligen sind so genannte „Badges“ (Abzeichen). Mit ihnen kann angezeigt werden, welche Lernprozesse im Bereich des non-formalen Lernens absolviert wurden. Für MOOC's ist es hierbei entscheidend, dass diese Badges auch für Teilbereiche des gesamten MOOC's ausgestellt werden können. So können sich Teilnehmer gezielt an einer bestimmten Lerneinheit beteiligen, die für sie besonders relevant ist.

3. Höhepunkte schaffen
Was für eine gute Geschichte gilt, sollte auch für einen MOOC gelten: Höhepunkte schaffen und Spannung aufbauen! Wenn von vorne herein bekannt ist, was nacheinander passieren wird, sinkt das Interesse, sich zu beteiligen. Demgegenüber kann es hilfreich sein, in einer Woche an einem bestimmten Punkt abzubrechen und auf die kommende Woche zu verweisen oder auch Fragen zu stellen und diese erst in der Folgewoche zu beantworten.

Referenz: Nachzulesen sind diese und weitere Ansatzpunkte zu erfolgreichem digitalen Lehren und Lernen in der Textsammlung "Design Patterns for Open Online Teaching and Learning" von Open Education Europe.

iMoox, die unter dem Motto „Bildung für alle“ in regelmäßigen Abständen offene Online-Kurse mit freien und insbesondere auch wiederverwendbaren Inhalten anbieten, hat die Lernprozesse der Teilnehmer in einigen ihrer Kurse analysiert. Ziel der Analyse war es, didaktische Gestaltungsempfehlungen für MOOC's zu entwickeln, die zu einer höheren Partizipation führen können.

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