Einstieg in virtuelle Bildungsprojekte

Häufig entscheidet sich bereits in den ersten Tagen, ob ein virtuelles Bildungsprojekt erfolgreich verläuft oder nicht. Bei der Konzeption und Gestaltung sollte dieser Phase deshalb eine große Bedeutung beigemessen werden. In diesem Posting möchte ich fünf Punkte weitergeben, die sich in meiner Praxis als wichtig und hilfreich erwiesen haben:

  1. Möglichkeit der Anonymität im Vorfeld klären: Sofern man in seinem Bildungsprojekt Teilnehmern die Möglichkeit geben möchte, sich unter einem Pseudonym anzumelden, so sollte dies klar und eindeutig bei der Registrierung gekennzeichnet sein. Wichtig ist auch, transparent zu machen, welche eingegebenen Angaben für andere Teilnehmer bzw. insgesamt öffentlich sind und welche nicht. Fehlen Informationen hierüber, so besteht die Gefahr, dass Teilnehmer nach ihrer Registrierung ins Bildungsprojekt verunsichert sind – und ihren Zugang eventuell gleich wieder löschen wollen.
  2. Raum für flexible Anpassungen lassen: Es macht wenig Sinn, gleich zu Beginn alle erdenklichen Angebote und Bereiche der konfigurierten Lernplattform freizuschalten. Davon werden die Benutzer vermutlich nur erschlagen. Viel besser ist es, zunächst die Basisversion der Projekt-Plattform anzubieten und dann nach und nach weitere Funktionen - je nach Bedarf und Anfragen der Teilnehmer - freizuschalten.
  3. Zeit für den Einstieg einplanen: Ein großes Plus bei virtuellen Bildungsprojekten liegt darin, dass die Teilnehmer grundsätzlich zeitlich flexibel mitmachen können. Wenn man das zulässt, muss einem allerdings auch klar sein, dass die Einstiegsphase ausreichend Zeit benötigt. So loggen sich manche Teilnehmer vielleicht nur am Wochenende ein, andere sind nur an einem bestimmten anderen Wochentag aktiv etc. Wenn das Projekt dann schon weit fortgeschritten ist, ist die Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen, oft nur noch gering.
  4. Konkrete Einstiegsaufgabe stellen: Es kann hilfreich sein, für den Einstieg eine einfache und sehr konkrete Aufgabe zu formulieren. Dies ermöglicht den Teilnehmern, erste Schritte in der Projektumgebung zu machen und auf diese Weise die Hürde zum aktiven Mitmachen gleich zu Beginn zu überwinden. Die Einstiegsaufgabe sollte möglichst genau beschrieben und erläutert sein. Für eine bessere Veranschaulichung sollte man die Aufgabe am besten auch selbst lösen. Ein Beispiel für eine Einstiegsaufgabe wäre z.B. das Verfassen eines Vorstellungstextes in einem Forum.
  5. Aktivierung per Mail: Unbedingt zu empfehlen sind persönliche Begrüßungs-Mails zu Beginn des Projekts. Hier sollte man sich als Lehrender selbst vorstellen, dem jeweiligen Teilnehmer erläutern, was in dem Projekt auf sie zukommt sowie gegebenenfalls eine erste Einstiegsaufgabe (s.o.) stellen. Wichtig ist auch, darauf hinzuweisen, wie man bei technischen oder inhaltlichen Fragen Hilfe erhalten kann. Sofern Teilnehmer erst einmal nicht aktiv sind, kann es auch sinnvoll sein, nach einigen Tagen eine weitere Erinnerungsmail zu verschicken und direkt nachzufragen, ob Hilfe benötigt wird.

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