Lernen in Bewegungen – auch digital?

Es gibt zahlreiche gute Gründe, bei Bildungsaktivitäten von Nichtregierungsorganisationen auch auf E-Learning zu setzen. Warum und wie dabei vorgegangen werden kann, möchte ich im folgenden skizzieren.

Als grundsätzliches Kennzeichen von Nichtregierungsorganisationen kann gesehen werden, dass diese – wenn überhaupt – nur über wenige professionelle Mitarbeiter verfügen. Hinzu kommen ehrenamtliche Aktivisten, die es in Organisationsprozesse einzubinden gilt. Die Voraussetzungen für die Bildungsaktivitäten der ehrenamtlichen Aktivisten sind grundsätzlich sehr gut. So kann insbesondere davon ausgegangen werden, dass ein großes persönliches Interesse, Motivation und Freiwilligkeit zum Lernen besteht.

Das große Plus von E-Learning-Aktivitäten liegt vor diesem Hintergrund in der Flexibilität der digitalen Angebote, was eine umfassendere Bildungsbeteiligung möglich machen kann. So können sich online beispielsweise auch Aktivisten beteiligen, denen es aufgrund beruflicher oder familiärer Verpflichtungen schwer fällt, Präsenz-Angebote wahrzunehmen. Für bundesweit oder sogar international agierende Nichtregierungsorganisation dürfte auch die räumliche Flexibilität beim E-Learning eine wichtige Rolle spielen.

Erfolgreich werden E-Learning-Aktivitäten in Nichtregierungsorganisationen insbesondere dann sein, wenn es gelingt einen konzeptionellen Zusammenhang herzustellen zwischen dem Bildungsprozess der Organisation und dem individuellen Lernen der Aktivisten. Ziel muss es dabei sein, eine Kopplung zwischen dem E-Learning des einzelnen Aktivisten und den Zielen der Organisation zu erreichen.

Was das Organisationsziel betrifft, so kann die Einführung von E-Learning beispielsweise dazu genutzt werden, die interne und die externe Kommunikation von Nichregierungsorganisationen besser zu erfüllen. Während in der internen Kommunikation beispielsweise traditionell eine Mitgliederzeitschrift gestaltet wird, um Mitglieder über Entwicklungen in der Organisation zu informieren, sie zur Mitarbeit und zu Spenden aufzufordern und auf diese Weise
ihre Bindung an die Organisation zu erreichen, kann auch ein auf der Website der Organisation eingerichtetes Intranet - zusätzlich oder allein - diese Aufgaben erfüllen. Für die externe Kommunikation könnte ein Blogsystem angelegt werden, über das nicht nur Hauptamtliche Beiträge posten, sondern auch ehrenamtliche Mitarbeiter, die auf diese Weise ebenfalls dazu beitragen können, die Positionen der Organisation in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Diese und ähnliche Ansätze werden dann besonders gut gelingen, wenn die Aktivisten über Bildungsarbeit die entsprechenden Tools und Instrumente kennengelernt haben. So könnte das oben geschilderte Intranet zugleich die zentrale Adresse für Bildungsaktivitäten sein, wobei Bloggen als Tool in die digitale Bildungsarbeit mit integriert wird.

Vielversprechend kann E-Learning in Nichtregierungsorganisationen auch als solidarisches und gemeinsames Lernen der Aktivisten sein. Bei diesem Ansatz geht es nicht primär um einen zentralen Input. Stattdessen erarbeiten sich die Lernenden in einem Prozess des kooperativen Lernens gemeinsam neues Wissen und Kompetenzen. Sehr gut eignen sich hierzu beispielsweise Wikis, mithilfe derer gemeinsame Lernprozesse gestaltet werden können. Sofern die Ergebnisse von Bildungsprozessen anschließend veröffentlicht werden, kann die Organisation durch ihre Bildungsaktivitäten nicht nur zu ihrem eigenen Lernen sowie dem Lernen ihrer Aktivisten beitragen, sondern auch insgesamt einen Beitrag leisten zur digitalen Wissensallmende.

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