MOOC-Konzeption: Qualitative Studie bringt neue Erkenntnisse

MOOC steht für Massive Open Online Course. Gemeint sind damit offene Online-Kurse, an denen sich zumeist eine große Vielzahl von Interessierten beteiligen. Durch diese Ausgangslage beschränkt sich die Forschung in diesem Bereich vielfach auf quantitative Studien: Wer bleibt wie lange dabei? Wann ist die höchste Ausstiegsrate? Wie lange sind Nutzer online? Wieviel Prozent schließen einen MOOC erfolgreich ab? Solche Studien sind aus einer bildungspolitischen Perspektive sicher von großem Interesse, um aber zu einer Verbesserung bei der Konzeption von MOOC's beizutragen, sind sie nur bedingt geeignet. Umso spannender fand ich deshalb die neu erschienene Studie „Digging deeper into learner's experiences in MOOCs“, die die Lernaktivitäten in MOOCs unter qualitativen Gesichtspunkten untersucht.

In der Studie wurden Nutzer über ihre Lernerfahrungen befragt, die sich mindestens drei Wochen lang aktiv an einem MOOC beteiligt haben. Für mich scheinen vor allem zwei Erkenntnisse wichtig zu sein:

  1. Sehr viele Nutzer berichten davon, dass – unabhängig von dem konkreten MOOC-Inhalt – vor allem der Austausch und die Kommunikation mit anderen Teilnehmern auch über die MOOC-Plattform hinaus eine große Bedeutung hatte. Organisiert wurde dieser per Mail, über soziale Netzwerke oder auch in direkten Treffen. Vielfach blieb der Austausch auch über die eigentliche MOOC-Zeit hinaus bestehen und führte zu neuen Erfahrungen und Lernanstößen.
  2. Um erfolgreich zu lernen ist es für die Nutzer essentiell, sich im Rahmen des MOOC Notizen zu machen. Viele Nutzer verwenden hierzu – ganz traditionell – Papier und Bleistift. Andere halten ihre Überlegungen auch digital fest. In beiden Fällen half dies den Nutzern, sich die Inhalte zu erarbeiten und sie auch für spätere Verwendungen zu sichern.

Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich für die Konzeption von MOOC's wichtige Ansätze:

  • Es macht sehr viel Sinn, in eine MOOC-Plattform ein Lerntagebuch zu integrieren, um Nutzern zu ermöglichen, ihre Notizen und Reflexionen festzuhalten. Auf diese Weise können auch andere Nutzer diese Beiträge kommentieren und sie können mittels eines intelligenten Tagging- und Filtersystems besser aufgefunden werden.
  • In eine MOOC-Plattform können Verbindungen zu sozialen Netzwerken, wie z.B. Twitter direkt eingebettet werden. Zu beachten ist dann allerdings, dass Nutzer die diese Angebote – etwa aus datenschutzrechtlichen Bedenken – nicht nutzen, trotzdem vollwertig am MOOC teilnehmen können.
  • In den gestellten Aufgaben sollten Anregungen, die zur Interaktion mit anderen Nutzern auffordern, einen großen Stellenwert haben. Beispielsweise indem Nutzer aufgefordert werden, dem Nutzer, der einen aus ihrer Sicht sehr wertvollen Blog-Beitrag verfasst hat, eine persönliche Nachricht zukommen zu lassen.
  • Für eine MOOC-Plattform mit mehreren Kursen, ist es zu empfehlen, dass Nutzer kursübergreifend Zugriff auf ihr Profil und ihr Lerntagebuch haben und auch kursübergreifend zu anderen Nutzern der Plattform Kontakt aufnehmen können.
Digging deeper into learner's experiences in MOOCs“, die die Lernaktivitäten in MOOCs unter qualitativen Gesichtspunkten untersucht.

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