Open! 2016: Rückblick, Ausblick und Vortragsfolien

Die Open! 2016 in Stuttgart ist zu Ende. Was nehme ich mit?

  • Es ist sehr spannend, über Offenheit bereichsübergreifend zu diskutieren. Für mich war es – aus dem Bildungsbereich kommend – vor allem ein spannender Einblick in den Kulturbereich. Weitere Themen waren öffentliche Verwaltung, Industrie und Wissenschaft. Schön wäre es gewesen, diese Bereiche noch stärker zusammenzuführen, anstatt überwiegend in getrennten Panels zu bearbeiten. Feststellbar im Plenum war in jedem Fall eine große Unterstützung für die Forderung: was mit öffentlichen Geldern finanziert wird, sollte für alle offen zur Verfügung stehen.
  • Bei den eher allgemeinen Diskussionen über unser Leben in einer zunehmend digitalisierten Welt, machen mich zwei Postionen nachdenklich, die ich gestern immer wieder gehört habe:
    • Erstens: ‚Der Wandel hin zu mehr Digitalität in allen Lebensbereichen ist unaufhaltbar!‘ Ich finde: Ja, Digitalität durchdringt immer mehr alle Lebensbereiche. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass sie von uns Menschen initiiert ist und gemacht wird – und dass wir Verantwortung für die Gestaltung übernehmen können und sollten.
    • Zweitens: ‚Die Spaltung zwischen Arm und Reich wird unweigerlich zunehmen, weil Arbeit anspruchsvoller wird und einfachere Arbeiten tendenziell wegfallen‘ Ich finde nicht, dass man sich mit solch einer Erwartung abfinden darf. Im Gegenteil: wir sollten alles dafür tun, dass unsere Gesellschaft gerechter wird, statt noch mehr Spaltung in Kauf zu nehmen. Auch in einer digitalisierten Welt ist dafür grundlegende Umverteilung zentral. Außerdem braucht es bessere Bildung, die allen Handlungsfähigkeit und Teilhabe im digitalen Zeitalter ermöglicht.
  • Für die Diskussion um freie Bildungsmaterialien (OER – Open Educational Resources) können die Ideen und Überlegungen aus dem Kulturbereich sehr spannend sein. Interessant finde ich es vor allem, nicht nur den Fokus auf offene Lizenzierung zu legen, sondern auf eine Strategie der Offenheit zu orientieren. Dazu gehören dann auch Anforderungen, dass freie Bildungsmaterialien einfach auffindbar sein sollen, dass sie auch über offene Metadaten verfügen, die mitgenutzt werden können oder dass dafür Sorge getragen wird, dass die Weiterverwendung und -Gestaltung offen (z.B. durch verwendete freie Software) und intuitiv und leicht bedienbar ist.

Referiert habe ich im Panel zu ‚Kultur- und Kreativwirtschaft‘ zum Thema ‚E-Learning 2.0 mit offenen Kulturdaten‘. Meine zentrale These: Offene Kulturdaten können Bildung sehr bereichern. Dafür braucht es nicht unbedingt aufwändige Apps und Spiele – wichtig ist vor allem eine gute didaktische Gestaltung.

Herzlichen Dank an die Veranstalter aus der MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft sowie an die Sponsoren. Hauptsponsor war Nextcloud – eine Open Source Alternative zu Dropbox, die ich gerne weiterempfehle.

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